24. September 2026
Ein Danke an euch alle
von Alex
Der erste CSD in Lünen dauerte einen Tag. Was er bedeutet, begleitet uns das ganze Jahr. Mit dem ersten Lüner CSD haben wir, als queere Community in und um Lünen, gemeinsam mit unseren lieben Allies, Freund*innen und Familien, ein Zeichen gesetzt. Wir halten zusammen, wir bleiben sichtbar. Nicht nur beim CSD, nicht nur im Pride Month, sondern das ganze Jahr, jedes Jahr, für immer.
Wir gehören zu Lünen, Lünen gehört zu uns.
Ein CSD ist vieles: er ist ein Fest, ein Zusammenkommen von queeren Menschen aus Stadt und Umgebung, die ihre queere Identität selbstbewusst, lautstark und stolz gemeinsam feiern. Ein CSD ist aber auch immer schon eine politische Demonstration gewesen. Gefordert wurden von Anfang an: Respekt und Toleranz für queere Menschen, Schutz vor Diskriminierung und Gewalt, ein anerkannter Platz in der Gesellschaft für die, denen ihr Platz immer wieder abgesprochen wurde.
Ohne euch hätte es das nicht gegeben
Der CSD in Lünen war zwar nur ein Tag, aber um aus einem Traum, einem Wunsch, Realität zu machen, brauchte es viel Engagement, Hartnäckigkeit und Unterstützung. Im Orga-Team hatten wir alle reichlich von den ersten beiden, aber das Letztere wart ihr, als queere Community hier in Lünen und Umgebung. Alleine hätten wir diesen CSD niemals auf die Beine stellen können. Jeder Like, jeder Share, jedes nette Wort, jeder verteilte Flyer und jeder Laden hier in Lünen, der uns unsere Flyer ins Schaufenster hängen ließ: alles davon hat gezählt.
Wir waren echt überrascht, wie viel Support wir hier in Lünen bekommen haben und wie breit gefächert. Mir persönlich hat das als queerer Person hier auch etwas Mut gegeben. Auch wenn queerfeindliche Anfeindungen bis hin zu körperlichen Übergriffen für mich in Lünen leider keine Seltenheit darstellen, war mein Bauchgefühl wohl weitaus pessimistischer, als die Realität tatsächlich zeigte. Viel mehr Menschen sind uns positiv entgegengekommen, als ich erwartet hatte. Beim Flyer-Verteilen haben sich Menschen, von denen wir eigentlich Beleidigungen erwartet hatten, über die Flyer gefreut.
Aber genau deswegen ist es ja so wichtig, trotzdem auf Leute zuzugehen. Wenn man Menschen allein nach ihrem Aussehen beurteilt, lösen sich diese Vorurteile nie auf, da sie sich selbst bestätigen und festsetzen. Als queere Menschen sollte uns mehr als klar sein, wie diese Vorurteile entstehen und funktionieren, und dass wir uns genauso dagegenstellen müssen, wie wir es gegen Vorurteile gegenüber anderen Minderheiten tun.
Danke an alle von euch, die uns unterstützt haben. Und redet eure Unterstützung nicht klein! Anderen vom CSD zu erzählen, ein Like dazulassen: all das hat dazu beigetragen, dass der 18. Juli ein viel größerer Erfolg wurde, als wir erwartet hatten. Danke euch allen vielmals!
Danke an alle, die mit angepackt haben
Danke auch an alle, die direkt mitgearbeitet haben. Aufbau, Awareness-Team, Bühnentechnik und die vielen Organisationen, die bei uns ihre Stände betrieben haben.
Danke an alle, die uns mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihren Verbindungen geholfen haben, wo wir sonst ratlos dagestanden hätten. Manche Anrufe bei den richtigen Personen haben uns tausende Euro und Monate an Zeit gespart und Sachen ins Rollen gebracht, die längst festzustecken schienen.
Danke auch an die Antifaschist*innen aus Lünen, die sich bereit erklärt haben, während der Demo die Augen offen zu halten. Wir als Ordner*innen und Versammlungsleitung hatten dann ein paar Augen mehr auf die Veranstaltung, falls etwas vorfallen sollte. So hätten wir viel schneller reagieren und die nötigen Maßnahmen zum Schutz der Teilnehmenden ergreifen können. Mir persönlich hat es viel Sicherheit gegeben, dass queere Menschen und Allies sich zusätzlich selbst schützen und wir uns nicht allein auf Polizist*innen verlassen müssen, denen unsere Sicherheit nicht am Herzen liegt, sondern im Dienstplan.
Aber vor allem: danke an euch
An alle, die gekommen sind, Präsenz gezeigt haben, mitgelaufen sind, Parolen gerufen haben und einfach Spaß gehabt haben. Denn das war am Ende der Sinn der Sache.
Ich habe sehr schöne Erinnerungen an diesen CSD. Was mich nie verlassen wird, sind die vielen netten Worte queerer Menschen, die teilgenommen haben und sehr glücklich waren, dass es in Lünen jetzt einen CSD gibt. Dass es hier so viele von uns gibt. Dass sie sich in Lünen nicht mehr so alleine fühlen. Das allein hat mir gezeigt, dass mein Engagement und Enthusiasmus für das Projekt CSD Lünen keineswegs Zeitverschwendung waren. Es hat echten Menschen echt geholfen und die queere Community hier gestärkt und vereint.
Eine Begegnung möchte ich noch erzählen. Gegen Ende des Ständefests kam ein Mädchen mit einer Kiste voller Armbänder auf mich und eine Freundin aus Schulzeiten zu. Die hatte sie auf dem ganzen CSD verteilt, übrig waren nur noch zwei: eins in den Farben der lesbischen Flagge, eins in denen der Nonbinary-Flagge. Passenderweise waren wir genau das. Ich habe das Armband seit dem CSD kein einziges Mal abgenommen. Es erinnert mich an den Tag, an die wunderbaren Menschen dort und an die vielen kleinen Geschenke, die die Runde gemacht haben, wie die in Enby-Farben bemalte Muschel, die mir ein anderes Mädchen geschenkt hat.

Viele haben sich bei uns bedankt, und auf der Afterparty haben wir uns als Orga-Team gegenseitig mit riesigem Grinsen im Gesicht von diesen Begegnungen erzählt. Dazu kam eine Masse an positivem Feedback und konstruktiver Kritik, die wir im Laufe des Tages gesammelt hatten. Wir sind euch allen super dankbar für diese Momente. Sie haben den CSD zu etwas Unvergesslichem gemacht, und wir werden ihn jetzt jedes Jahr wiederholen.
Wir sehen uns nächstes Jahr!!!
-Euer/Eure werteste Alex
